
Das Testgerät wurde freundlicherweise von DANTOTEC zur Verfügung gestellt:
HTC bei Dantotec
HTC Touch Phones bei Dantotec
HTC Touch Diamond bei Dantotec
Der folgende Testbericht beinhaltet 5 wesentliche Punkte die den Einsatz des Smartphones als Navigationsmittel im Sport und Strassenbereich erläutern sollen:
- Design
- Bedienung
- Ausstattung
- GPS im Sport/Outdoorbereich
- GPS in der Strassennavigation
Design:
Das Touch Diamond von HTC steckt in einem schlanken und durchaus sehr ansprechenden Gehäuse. Mit einer Dicke von nur 12 Millimeter und einem Gewicht von knapp unter 110 g gehört es zu den kleinsten Windows Smartphones die es derzeit auf dem Markt gibt. Es besitzt an der Vorderseite einen 2.8“ Touchscreen mit VGA(!) Auflösung. VGA bedeutet 640*480 Pixel Somit bietet dieses Gerät eine höhere Auflösung als beispielsweise das Iphone von Apple. Zusätzlich sind an der Vorderseite Tasten bzw. ein Drehfeld auf Sensorbasis vorhanden, mit dem man beispielsweise sehr bequem im Internetbrowser oder bei Bildern „zoomen“ kann. Die Tasten besitzen einen recht guten Druckpunkt und auch das Sensordrehfeld funktioniert in allen Anwendungen sehr gut. Ein Nachteil ergibt sich bei dem 4-Wege Navigationsknopf, bei dem die entsprechenden Tasten nicht einzeln als Tasten erkennbar sind. So kann es schon mal vorkommen dass man statt der Taste „rechts“ die obere rechte Funktionstaste erwischt! Abgesehen von diesem kleinen Manko funktioniert die Bedienung über Touchscreen bzw. den Tasten sehr gut!
Die Vorderseite ist bis auf den Ok-Knopf in der Mitte absolut eben und besteht aus einer Kunststoffschicht, welche leider bei Sonneneinstrahlung etwas zum Spiegeln neigt. Zum Glück ist die Hintergrundbeleuchtung so gut dass das Display immer gut ablesbar bleibt.
Auf der Rückseite befindet sich die 3,2 Megapixelkamera. Auf einen Blitz bzw. eine Foto-LED wurde verzichtet. Dadurch werden die Fotos bei Dunkelheit bzw. Dämmerung eher unbrauchbar. Bei Tageslicht machen sie jedoch einen recht guten Eindruck. Zuviel sollte man sich jedoch bei derartigen Handykameras nicht erwarten, für einen Schnappschuss reicht die Qualität aber allemal aus.
An der Unterseite befindet sich der USB-Anschluss, welcher zum Laden und zum Übertragen von Daten auf den Computer dient. Sobald man das Smartphone mit dem PC verbindet, scheint der interne 4 GB große Speicher als Wechseldatenträger im Arbeitsplatz des Computers auf. Eine zusätzliche Speichererweiterung ist nicht möglich!
Weiters befindet sich unten rechts der Stylus, welcher durch einen Magneten gehalten wird. Als sehr praktisch hat sich der eingebaute Sensor erwiesen, welcher erkennt sobald man den Stift heraus zieht. Ist man beispielsweise gerade in einem Telefonat und zieht den Stylus heraus wird automatisch der Notizblock geöffnet. Weiters schaltet sich das Handy automatisch ein wenn es sich im Standbymodus befindet.
Bedienung:
Durch die neuartige TouchFlo 3D Bedienung sollte es möglich sein die wichtigsten Features des Smartphones auch ohne Stylus bedienen zu können. Leicht an die Iphonebedienung angelehnt ist beispielsweise die Blätterfunktion durch tippen und zur Seite schieben realisiert worden. In der Praxis funktioniert das ganz gut. Nur anfangs ist es etwas gewöhnungsbedürftig, da es vielleicht nicht ganz so leicht und teilweise auch nicht ganz so flüssig ging wie erhofft. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber ganz gut dran. Ein kleiner Tipp: Sollte es einmal stark ruckeln oder zu Verzögerungen kommen kann das an Resourcen fressende Programme im Hintergrund liegen, die Rechenzeit in Anspruch nehmen. Ebenfalls führt die eingeschaltete Wlan-Funktion zu Verzögerungen wenn der Empfang nicht so gut ist und eventuell öfters abreisst. In diesem Fall einfach Wlan deaktivieren und schon läuft die TouchFlo 3D Oberfläche wieder absolut flüssig. Der Anfang dieser neuartigen Bedienmöglichkeit von Windows Mobile ist schon mal nicht schlecht, und teilweise recht gut durchdacht. Es gibt jedoch noch viele Verbesserungsmöglichkeiten die aber bestimmt als Update mit der Zeit zur Verfügung gestellt werden. Im Moment ist noch recht oft der Stylus notwendig, vor allem wenn es um Einstellungen, Windows Mobile Programme von Drittanbietern usw geht. Will man z.B. checken welche Datenverbindung gerade genutzt wird, so kann man dies als kleines Popup am oberen Rand einblenden lassen. Leider ist hier eine Bedienung mit den Fingern nahezu nicht mehr möglich!
Die TouchFlo 3D Oberfläche funktioniert beispielsweise bei Kontakten, Bildern, Musik, Wetteranzeige (sehr nett gestaltet) Webbrowser, Nachrichten und einigen wichtigen Einstellungen. Bei Nachrichten ist jedoch z.B. nur das Lesen von Nachrichten in der TouchFlo Darstellung möglich. Sobald man eine SMS oder andere Nachricht beantworten will, muss man kurz warten und befindet sich dann im normalen Windows Mobile Style.
Dank des integrierten Beschleunigungssensors erkennt das Smartphone jede Drehung des Gerätes. Jedenfalls sollte es das. Bei Standardanwendungen wie Bildbetrachter usw. funktionierte es ganz gut, im Webbrowser jedoch leider nicht. Hier dauerte es oft ziemlich lang bis der Bildschirm gedreht wurde. Der Grund konnte leider nicht festgestellt werden. Aus Berichten von anderen Nützern dürfte dieses Problem jedoch nicht standardmäßig auftreten. Im vorinstallierten Spiel Teeter funktionierter der Beschleunigungssensor wieder einwandfrei. Es machte übrigens sehr viel Spass die Kugel durchs Labyrinth zu lotsen J
Ausstattung:
Betrachtet man das kleine und handliche Gehäuse so kann man sich kaum vorstellen dass wirklich alle Features, die im Datenblatt stehen, auch wirklich darin Platz haben. Doch es ist zum Glück so. Egal ob GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA, HSUPA, WLAN, GPS und natürlich auch Bluetooth, es fehlt wirklich kaum eines der modernen Übertragungstechniken. Lediglich DVB-H ist nicht an Board. Die meisten Übertragungstechniken die getestet wurden funktionieren recht gut, nur bei der Empfangsleistung von Wlan gab es eine Kleinigkeit zu bemängeln. Auch hier gibt es aber Hilfe: Im Einstellungsmenü unter Wlan kann man die Empfangsleistung auf kosten der Akkulaufzeit etwas in die Höhe schrauben und somit die Reichweite ein klein wenig erhöhen! Nach Änderung auf volle Leistung war der Empfang unter Berücksichtigung von Entfernung und Hindernissen (Wände, Türen, usw.) als recht gut einzustufen.
Der GPS Empfänger des HTC Touch Diamond:
Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt dieses Berichtes, dem GPS Empfänger. In den nächsten zwei Unterpunkten soll die Frage geklärt werden in wie weit dieses edle Touch-Smartphone als GPS Navigationsgerät genutzt werden kann. Eines sollte dabei jedoch beachtet werden: Ein direkter Vergleich zu GPS Outdoorgeräten oder GPS Strassennavis ist sehr schwierig und im Prinzip nicht sinnvoll, da in so einem Fall ein Handy auf so gut wie allen Ebenen den kürzeren zieht. Es sollen hier daher nur einige Vorteile bzw. Nachteile diskutiert werden sowie brauchbare Programme vorgestellt werden.
Das Smartphone besitzt einen integrierten SIRF III - GPS Empfänger. Obwohl SIRF normalerweise zu den besten Empfängern zählt ist die Empfangsleistung im HTC Touch Diamond leider nur zufrieden stellend. Die Ursache dürfte an einer etwas schlechteren Antenne liegen. Bei soviel Technik die in diesem kleinen Gehäuse steckt, ist es jedoch nicht verwunderlich wenn da einigen Ecken etwas gespart werden muss. Nichts desto trotz funktioniert der GPS Empfänger und liefert bei richtiger Handhabung auch brauchbare Werte und Aufzeichnungen.
Standardmäßig ist kein GPS-Programm, außer Google Maps, installiert. Bei Google Maps handelt es sich um ein Programm welches auch ohne GPS eine grobe Ortsbestimmung anhand des GSM-Netzes durchführt. Jedoch nur mit GPS kann man seine Position bis auf ca. 5 genau
bestimmen lassen. Die Anzeige erfolgt wahlweise in der Googlekarte oder in Satellitenaufnahmen. Weiters kann man nach Orten, Adressen, usw. suchen bzw. eine Routenplanung durchführen. Was mit diesem Programm nicht funktioniert ist eine Zielführung bzw. Routenführung, es wird lediglich die Route in der Karte angezeigt.
GPS im Strassenverkehr:
Um das HTC Touch Diamond als vollwertiges Navi vewenden zu können ist eine entsprechende Software notwendig. Hier gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten, eine Offline- und eine Onlineversion. Bei der Offlineversion sind alle Karten und benötigte Informationen im internen Speicher des Handys gespeichert. Um eine Route berechnen uns sich anschließend zum Ziel führen zu lassen sind keine zusätzlichen Kosten bzw. Datenübertragungen über das Internet möglich. Das Programm arbeitet somit absolut eigenständig. Die Nachteile solcher Programme liegen im Anschaffungspreis, dem benötigten Speicher (durch Kartenmaterial) und der Aktualisierung des Kartenmaterials. Man ist nach einiger Zeit nicht mehr am neuesten Stand. Updates sind zwar teilweise verfügbar, kosten aber auch wieder etwas. Anders verhält sich ein Online-Naviprogramm. Es besteht aus einem Grundprogramm, welches bei jeder Routenberechnung übers Internet auf einen Server zugreift, die Route berechnet und die benötigten Informationen inklusive Kartenmaterial aufs Handy ladet.
Der Nachteil liegt bei diesen Programmen an der benötigten Internetverbindung. Dies kann zu zusätzlichen Kosten führen, ausserdem sind Datenübertragungen im Ausland meist mit erhöhten Kosten verbunden. Ein Vorteil ergibt sich durch stets aktualisierte Kartendaten. Solche Programme sind meistens auch kostenlos verfügbar! Für diesen Bericht wurden zwei Online-Naviprogramme getestet, Nav4All und Amaze.
Nav4All ist verfügbar in Amerika, Brasilien, Mexiko, Europa und Australien (China folgt bald). Das Programm ist in der Darstellung recht einfach aufgebaut. Das Menü besteht nur aus einer Liste von Einträgen und wirkt etwas überladen. Um einen Menüpunkt auswählen zu können benötigt man fasst einen Stift, es ist somit nicht sehr benutzerfreundlich. Sobald man eine Navigation startet wird eine Internetverbindung mit dem Server aufgebaut und die Route berechnet. Nach erfolgreicher Übertragung der Informationen wird keine Internetverbindung benötigt solange keine Neuberechnung durchgeführt werden muss. Die Zielführung erfolgt mittels Pfeil- oder Kartendarstellung. Während der Zielführung arbeitet das Programm sehr zuverlässig und informiert sehr genau über bevorstehende Richtungsänderungen. Als zweites Naviprogramm wurde Amaze getestet. Amaze ist benutzerfreundlicher und wesentlich schöner in der Darstellung als Nav4All. Das Menü besitzt große Symbole die mit dem Finger bedient werden können. Wie Nav4All ist Amaze kostenlos und greift übers Internet auf einen Server zu um die Routendaten zu übertragen. Von der Funktionalität gibt es nur wenige kleine Unterschiede.
Fazit: Falls man nur ab und zu einen Routenplaner mit Zielführung benötigt, kann man getrost auf eines der oben genannten Programme zurückgreifen. Man sollte sich jedoch vorher ein bisschen mit dem jeweiligen Menü und der Zieleingabe vertraut machen. Ausserdem sollte man beachten dass, abhängig vom Mobilfunkvertrag, eventuell zusätzliche Kosten entstehen können.
GPS im Sport/Outdoorbereich:
Wie im Strassenbereich ist auch im Outdoorbereich eine zusätzliche Software notwendig. Von einfachen Freeware-Programmen, die beispielsweise Position, Entfernung und Zeit anzeigen bis hin zu umfangreichen kostenpflichtigen Programmen mit Kartenunterstützung und hochwertiger Navigation ist alles dabei.
Es gibt drei entscheidende Punkte die prinzipiell gegen einen Einsatz des HTC Touch Diamond, sowie auch anderen Windows Mobile Geräten, im Outdoorbereich sprechen. Dazu gehören Akkulaufzeit, Tastensperre und Standbymodus. Die Akkulaufzeit beim HTC Touch Diamond bei Verwendung des GPS Empfängers ist auf wenige Stunden begrenzt. Für eine kurze Wanderung oder Mountainbiketour reicht es jedoch allemal. Der zweite Punkt ist die fehlende Tastensperre. Die Tastensperre wird nur aktiv wenn das Gerät in den Standbymodus geschalten wird. Somit sind wir auch schon beim dritten Punkt, dem Standbymodus. Falls dieser aktiviert ist kann man nicht auf den GPS Empfänger zugreifen und es wird somit beispielsweise der zurückgelegte Weg nicht aufgezeichnet. Als vollwertiger Datenlogger zum Touren aufzeichnen ist das Gerät somit eher nicht geeignet. Man kann jedoch mit entsprechender Software schnell mal die eigene Position bestimmen, diese in einer Karte anzeigen lassen und eventuell Entfernung und Richtung zum Ziel bestimmen bzw. eine Ausweichroute am Smartphone planen.
Für diese Zwecke wurde eine frei verfügbare Software getestet, die bis auf das Kartenmaterial kostenlos ist. Beim Kauf einer Kompass Digital Karte bekommt man die notwendige Windows Mobile Software gratis dazu. Vom PC Programm aus kann man ganz einfach die Software aufs Gerät installieren und die Karten direkt aus dem Programm aufs Smartphone übertragen. Die Übertragung arbeitet schnell und zuverlässig. In kürzester Zeit kann man sich so beispielsweise ganz Österreich raufladen. Nach dem Start der Software am Smartphone muss man nur noch den richtigen Port für den GPS Empfänger einstellen. Falls dieser vom Programm nicht erkannt wird, so findet man den richtigen Port unter Einstellungen->GPS. Nachdem man GPS aktiviert hat kann es bis zu mehrere Minuten dauern bis die eigene Position angezeigt wird. Das Programm von Kompass Digital ist in der Bedienung sehr einfach aufgebaut und unterstützt eine Trackaufzeichnung sowie eine Vollständige Navigation anhand von Wegpunkten und Tracks. Als gelegentliche Unterstützung beim Wandern oder Radfahren erfüllt diese Software somit alle Ansprüche und ist ausserdem einfach und sofort einsatzbereit. Für etwas größere Ansprüche gibt es kostenpflichtige Programme wie z.B. GPS Tuner oder OziExplorer die meist im Navigationsbereich weit mehr können, jedoch auch gleich mal etwas Einarbeitungszeit benötigen.
Fazit: Als GPS-Unterstützung im Freien ist das HTC Touch Diamond auf alle Fälle einsetzbar. Man muss jedoch einige Abstriche in Sachen Empfang und Handhabung machen. So kann es schon mal vorkommen dass es bis zu 5 Minuten dauert bis die Position ermittelt wurde oder die Lesbarkeit des Displays bei direkter Sonneneinstrahlung gegen Null geht.