
Erste Eindrücke:
Ich freue mich sehr euch meine ersten Eindrücke sowie ein paar Fotos vom neuen GPS Gerät, dem Oregon 200 von Garmin, präsentieren zu können. Ich bin schon seit einigen Jahren absoluter Fan von der Touchscreeneingabe bei Handys und PDAs und freue mich daher umso mehr dass es auch endlich ein vernünftiges GPS Gerät mit dieser absolut genialen Eingabemöglichkeit gibt.
Der Oregon 200 liegt mit seinen 6,1 x 11,2 x 3,6 cm absolut gut in der Hand. Der USB-Anschluss an der Unterseite ist mit einer Gummiabdeckung versehen. Diese Abdeckung sitzt sehr gut und dürfte den USB-Anschluss mit ziemlicher Sicherheit abdichten (ungetestet). Oberhalb der Gummiabdeckung befindet sich eine kleine Lasche zum Anbringen einer Trageschlaufe. Der Bildschirm füllt den Großteil der Vorderseite aus. Die Größe beträgt 6,3 x 3,8 cm (Diagonale: 7,6 cm) bei einer Auflösung von 240 x 400 Pixel. Tasten oder ähnliches findet man an der Vorderseite nicht mehr. Die einzige Taste ist der Aus/Einschalter an der rechten Seite. Dieser dient neben der Standardfunktion ausserdem zum Sperren bzw. Entsperren des Gerätes und zum Erstellen von Screenshots (kann unter Anzeige im Einstellungsmenü aktiviert werden). Der Deckel an der Rückseite besitzt einen ähnlichen Verschluss wie der Deckel des Colorado, nur wird dieser Deckel einfach nach oben weggenommen. Darunter liegen wie gewohnt zwei Akkus/Batterien. Ein Kartenslot für SD-Karten ist unter den Akkus vorhanden. Der Oregon 200 besitzt neben der Speichererweiterung noch 24 MB internen Speicher. Zu der Akkulaufzeit lässt sich folgendes sagen: Mit Alkalibatterien oder entsprechend guten Akku-Batterien (2500 mAh) erreicht man die angegebenen 18 Stunden Betriebszeit. Mit Billig-Akkus sieht das natürlich ganz anders aus, hier kann auch schon bereits unter 10 Stunden der Saft ausgehen..
Das Gerät ,welches ich testen durfte, besitzt die Software-Version 2.20 (GPS-Software-Version 2.42)
Touchscreen/Bedienung:
Mit der Touchscreen-Steuerung ermöglicht Garmin eine völlig neue Bedienung des GPS-Gerätes.
Der Bildschirm reagiert sehr schnell auf das Tippen mit dem Finger. Durch eine leicht rauhe Oberfläche ist es sehr angenehm den Bildschirm des Gerät derartig zu bedienen. Die wesentlichen Befehle wie Vergrößerung und Verkleinerung im Kartenmodus sowie weitere Steuerungstasten wie z.B. “weiter” oder “zurück” sind als große Icons leicht bedienbar. Alle wesentlichen Steuerungstasten sind auch mit Handschuhen gut bedienbar. Ein großer Vorteil der Touchscreen-Steuerung ist im Kartenmodus zu finden. Wollte man bei den bisherigen Geräten in der Karte was suchen oder einen Track verfolgen, so musste man umständlich mit dem Joystick hin und her navigieren. Mit der neuen Steuerung geht das um Welten einfacher. Man tippt mit dem Finger auf die Karten und verschiebt diese einfach in die gewünschte Position. Das ganze geht viel schneller und vorallem viel einfacher als mit dem Joystick. Doch jeder Vorteil bringt meistens auch einen kleinen Nachteil mit sich. Symbole die in der Karte klein dargestellt sind lassen sich mit dem Finger schwerer treffen. Beim Tippen auf die Karte erscheint ein kleine Nadel, welche die Positionsdaten bzw. zusätzliche Informationen an der gewünschten Stelle anzeigt. Bei weiterem Verschieben der Karte bleibt die Nadel an der gleichen Stelle des Bildschirmes, sodass die Position dieser verändert wird.
Software:
Die Software des Oregon ist optisch sehr ähnlich zur Software des Colorado. Neu ist jedoch das Hauptmenü mit dein einzelnen Einträgen in Form von tippbaren Icons. Kurz nach dem Einschalten erscheint das Hauptmenü welches 6 Icons auf einmal anzeigt. Durch die Pfeiltasten am unteren Rand des Bildschirmes kann im Hauptmenü umgeblättert werden. Eine zweite Art im Menü navigieren zu können ist durch drücken und ziehen nach links oder rechts. Zwischen den Pfeiltasten wird der aktuelle Batteriestandard sowie die GPS Signalstärke angezeigt. Durch tippen auf die Signalstärke kommt man zur Satellitenübersicht. Aufgefallen sind ein paar Übersetzungsfehler. Beispielsweise wird eine On/Off Auswahl (Ein/Aus) aus dem Englischen mit Auf/Aus übersetzt. Die Darstellung des Menüs lässt sich anhand von Profilen verändern. Standardmäßig sind 6 Profile vorinstalliert. Bei den Profilen werden neben dem Hintergrund und die Anordnung der Menüeinträge auch die aktuellen Einstellungen entsprechend abgespeichert. Somit lassen sich auf einfach Weise verschiedene Konfigurationen zusammenstellen. Ein weiteres nettes Feature ist der Bildbetrachter. Man kann über den Computer ganz einfach Bilder in den Ordner “Garmin\scrn” kopieren. Diese Bilder stehen dann im GPS-Gerät zur Verfügung. Verwendungsmöglichkeiten: Rasterkarten oder Tourenbilder von Schlüsselstellen lassen sich so bequem am GPS Gerät betrachten.
Weitere Features wie Rechner, Kalender, Stoppuhr, Jagd & Angelkalender, Sonne & Mondkalender, Routenplaner, usw. sind von älteren Garmin GPS Geräten bereits bekannt.
Der Trackmanager bietet einige recht nette Funktionen. So kann z.B. die Farbe des Tracks verändert werden, Das Höhenprofil betrachtet werden oder der Track auf der Karte angezeigt/ausgeblendet werden. Zusätzlich lässt sich der Track in der Richtung umgekehren und als neuer Track abgespeichert werden. Anhand dieser Funktion lässt sich ganz einfach eine TrackBack Funktion zum Start einer Tour durchführen (im Colorado hat man diese Funktion ja leider vermisst).
Tracknavigation:
Eine Navigation kann mit dem Oregon gleich wie bei anderen Garmin Geräten auf mehrere Arten erfolgen. Grundsätzlich navigiert man entweder anhand eines Tracks, entlang einer Route oder zu einem Wegpunkt hin. Gespeicherte POIs (points of interest), Restaurants, Tankstellen, usw. Die in einer Karte gespeichert sind stellen im Grunde Wegpunkte dar zu denen man sich ebenfalls navigieren lassen kann. Im Outdoor-Bereich erfolgt eine Navigation zu einem beliebigen Punkt immer entlang der kürzesten Linie (Luftlinie) da im Gelände keine Strassen- oder Weginformationen wie man es eventuell vom Auto her kennt, bekannt sind. Falls man routingfähige Karten am Gerät installiert hat, so kann man zu den zuvor erwähnten POIs bzw. Wegpunkte sich auch entlang von Strassen mit der Angabe des Fahrzeuges (Auto, Motorrad, Fahrrad) und entsprechender Auswahl von Strassentypen (Autobahn, Schotterstrassen, ...) navigieren lassen. Da in diesem Bericht aber hauptsächlich der Outdooreinsatz betrachtet wird, wird auf die Funktion im Autonavigationsbereich nicht näher eingegangen.
Die einfachste Art der Outdoor-Navigation erfolgt durch einfaches Darstellen des Tracks auf der Karte. Die eigene Position wird durch ein Dreieck dargestellt. Man wandert nun so dass man sich immer entlang des dargestellten Weges bewegt. Diese Art ist im Grunde keine richtige Navigation, reicht aber in den meisten Fällen schon aus. Für die echte Navigation kann man beispielsweise unter Zieleingabe einen Track auswählen. Nach dem Start der Navigaton erscheint unter Kompass ein Zeiger der einem die Richtung zum nächsten Punkt anzeigt. Zusätzlich wird noch die Entfernung und die voraussichtlich benötigte Zeit angezeigt. Auch hier kann man sich auf der Karte die Position und den Trackverlauf anschauen. Zusätzlich lässt sich auch in der Karte der Kurszeiger einblenden. Eine weitere Art der Navigation ist durch einen einzigen Wegpunkt gegeben. Diese Art kommt auch beim Geocachen prinzipiell zum Einsatz. Hier wird einem die Entfernung und die Richtung zu diesem einen Punkt angezeigt. Eines ist beim Oregon 200 zu beachten: Da der Kompass anhand der GPS Signale funktioniert, arbeitet dieser auch nur richtig wenn man in Bewegung ist. Anders ist das beim Oregon 300 und 400. Hier ist ein Kompass eingebaut der auch ohne GPS funktioniert und somit auch im Stillstand immer die richtige Richtung anzeigt.
Geocaching:
Beim Geocachen handelt es sich um die moderne Art der Schatzsuche. Der Schatz ist als Wegpunkt definiert zu dem man sich navigieren lässt. Viele versteckte Caches sind auf geocaching.com zu finden. Die Infos lassen sich direkt von der Seite auf das GPS Gerät übertragen und sind dann im Menüpunkt “Geocaches” abrufbar. Falls man keine Möglichkeit hat die Geocaches aufs Gerät zu laden so erstellt man einfach einen Wegpunkt mit den entsprechenden GPS-Koordinaten und lässt sich dann über Zieleingabe und dem Wegpunkt zum Geocache hinleiten.
Erstes Fazit:
Mit der neuen Oregon-Serie ist Garmin ein Top GPS-Gerät mit dem bisher besten Bedienerinterface, dem Touchscreen, gelungen. Es gibt in dieser Serie 3 unterschiedliche Varianten: Der hier getestete Oregon 200 stellt die einfachste Variante dar. Der Oregon 300 besitzt zusätzlich einen elektronischen Kompass und einen barometrischen Höhenmesser. Beim Oregon 400 ist ausserdem noch eine europaweite topografische Karte (1:100.000) installiert. Ausserdem muss man beim Oregon 200 auf die drahtlose Datenübertragung ANT+Sport Technologie verzichten.
Technische Daten
- Leistungsstarker GPS Empfänger
- 2D- und 3D-Kartendarstellung
- USB-Schnittstelle
- 24MB interner Speicher
- microSD-Kartenslot
- transflexives TFT-Farbdisplay; Touchscreen mit Tastensperre
- Autorouting
- Trackaufzeichnung mit bis zu 10.000 Trackpunkten; Anzahl nur durch Speicher begrenzt
- benutzerdefinierbare Profile für Strasse, Marine, Outdoor, Fitness, Geocache
- EigeneGeocache-Funktion (Anzeige von Cache-Details, Terrain, Schwierigkeitsgrad, Beschreibungen und Tipps)
- Funktion "WherIGo": GPS-Abenteuerspiel in der realen Welt
- Reisecomputer
- Kalender; Jagd- u. Angelkalender; Sonnenaufgang u. -untergang
- Flächenberechnung
- Stoppuhr; Wecker; Rechner; Bildbetrachter, uvm.
- benutzerdefinierte POIs
Lieferumfang
Oregon 200, Trageschlaufe, USB-Kabel, Handbuch auf CD-ROM und Kurzanleitung.