Garmin Dakota 20
Kategorie: Testberichte | Autor: Christian | Datum: 22.07.2011 | Kommentare: 0

Erster Eindruck:

 

Wow, ist das Ding klein! Genau das war der erste Eindruck als ich die Verpackung geöffnet habe. Der Dakota ist mit seinen Abmessungen von 97 * 53 * 33 mm um ein gutes Stück kleiner als ein Gerät aus der Oregon Serie.
Hat man bereits einmal ein Oregon in der Hand gehabt, so kommt einem der Dakota jedoch von Anfang an sehr vertraut vor. Die Rückseite des Dakotas sieht etwas anders aus, auch ist der Deckelverschluss anders gelöst worden und der USB Port weiter nach oben gewandert. Der Dakota ist dennoch kompatibel mit den Halterungen der Oregon-Serie. An der Unterseite ist ein kleiner Bügel zum Anbringen der Halteschlaufe (im Lieferumfang enthalten) vorhanden.

 

 

Nach dem ersten Einschalten dauert es einige Minuten bis die korrekte Position ermittelt wurde. Dies ist in der Regel aber nur am Anfang der Fall. Schaltet man das Gerät erneut ein so ist die Position innerhalb von Sekunden ermittelt. Die Dauer der Positionsbestimmung hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem auch wie lange das Gerät nicht mehr benützt wurde oder auch wie weit man sich von der zuletzt gemessenen Position entfernt hat während das Gerät ausgeschaltet war.
Das Hauptmenü erinnert bis auf die wechselbaren Hintergrundbilder ganz an die Oregon Serie. Statt eines Hintergrundbildes kann beim Dakota jedoch nur die Farbe bestimmt werden. Die Menüpunkte sind nahezu identisch zur Oregon-Serie, es fehlen nur die Punkte Bildbetrachter und 3D Ansicht

 

 

Karten, Routen, Tracks und Wegpunkte können wie bei der Oregon-Serie entweder im internen Speicher (es stehen insgesamt ca. 850 MB zur Verfügung) oder auf einer Speicherkarte, micro SD, gespeichert werden. Die Speicherkarte befindet sich unterhalb der Akkubatterien. Im Lieferumfang ist leider keine zusätzliche Karte dabei!
Die Abdeckung des USB Anschlusses wirkt sehr stabil und vor allem dicht und ist mit 2 Schrauben am Gehäuse angebracht!

 

Lieferumfang:
-    Dakota 20
-    USB Kabel
-    Halteschlaufe
-    Bedienungsanleitung auf CD

 

Der erste Eindruck ist im Allgemeinen sehr positiv. Ein Karabinerclip wäre lediglich im Lieferumfang sehr wünschenswert gewesen.

 

Bedienung und Display:

 

Die Dakota lässt sich sehr einfach bedienen. Für die Erstinbetriebnahme benötigt man keine Gebrauchsanleitung, da die einzelnen Menüpunkte für sich sprechen. Der Bildschirm wirkt anfangs etwas zu tief verbaut. Man gewöhnt sich jedoch schnell daran und besser geschützt dürfte er so auch sein. Der Bildschirm reagiert sehr schnell auf Berührung, somit macht die Navigation im Kartenmodus richtig viel Spaß.  Stellt man die Kartendetails auf Normal und lässt die plastische Karte nicht anzeigen so läuft die Verschiebung der Karte sehr flüssig, gefühlsmäßig sogar eine Spur schneller als vergleichsweise beim Oregon 300. Der Bildschirm ist definitiv anders als bei der älteren Oregon-Serie. Unter Sonneinstrahlung ist alles besser lesbar, die Hintergrundbeleuchtung ist jedoch nicht mehr so stark. Diese Tatsache sorgt zum Einen für eine deutlich längere Akkulaufzeit, erschwert aber auch zum Anderen die Lesbarkeit bei Dämmerung ein wenig. Der Unterschied ist zum Glück nicht sehr groß.
Ein weiterer Unterschied zum Oregon ist die Auflösung des Displays. Die Oregon Serie kommt mit einem 3 Zoll Display mit 240 * 400 Pixel, der Dakota hingegen mit 2,6 Zoll und 160 * 240 Pixel Auflösung. Der Unterschied ist doch deutlich erkennbar. Das Menü des Dakotas wirkt etwas unscharf und der Kartenausschnitt ist bei gleicher Zoomstufe um einiges kleiner als bei einem Oregon. Bei Sonneneinstrahlung ist von dieser Unschärfe des Displays jedoch fasst nichts mehr bemerkbar. Der Bildschirm hat sich bis auf die etwas schwächere Beleuchtung somit sehr zum Positiven verbessert!

Bei der Software wurden allgemein ein paar Kleinigkeiten gegenüber der älteren Oregon-Serie verbessert, die jedoch auch inzwischen den älteren Geräten als Update zur Verfügung stehen. Aufgefallen sind beispielsweise ein schneller Wechsel zwischen großen und  kleinen Datenfeldern im Reisecomputer (siehe Bilder unten) oder auch eine größere Kompassnadel.
Zu einer einfachen Bedienung gehört auch die einfache Eingabe von Text und Koordinaten. Die dazu notwendigen Felder für Buchstaben und Zahlen sind gerade noch groß genug. Die Buchstaben am Rand dürften für Leute mit etwas dickeren Fingern etwas schwieriger zu treffen sein, da der Bildschirm ziemlich tief ins Gehäuse verbaut wurde. Die Eingabe von Koordinaten ist wiederum sehr einfach gestaltet worden (siehe Bild).

 

 

Es gibt auch wieder mehr oder weniger nützliche Zusatzfunktionen, wie ein Kalender, eine Stoppuhr, ein Wecker oder ein Rechner:

 

 

Kompass:

 

Der neue 3 Achsen Kompass ist einer der großen Neuheiten beim Dakota 20 und dem Oregon 550. Es muss ab sofort das Gerät nicht waagrecht gehalten werden um im Stillstand eine Richtung bestimmen zu können. Der 3-Achsen Kompass kann die Richtung auch bei schräg gehaltenem GPS Gerät nun richtig bestimmen.
Hinzugekommen ist weiters im Hauptmenü ein neuer Punkt mit dem Namen Sight’N Go. Hier hat man die übliche Kompassansicht mit Kursanzeige und die Möglichkeit den eingestellten Kurs direkt in die Navigation zu übernehmen oder eine Wegpunktprojektion durchzuführen. Komisch ist bei dieser Software-Version jedoch dass die neuen Punkte alle auf Englisch sind obwohl als Sprache Deutsch eingestellt wurde.
Achtung: Der Kompass funktioniert nicht mehr richtig sobald man das Gerät über Kopf hält und das Display somit nach unten zeigt!

 

 

Im Kompassmodus gibt es drei verschiedene Anzeigemöglichkeiten (siehe Bild):

1.    Kurs mit Kursabweichung (Bild links)
2.    Peilung mit großem Zeiger (Bild mitte)
3.    Peilung mit kleinem Zeiger (Bild rechts)

 

Routenberechnung mit Topo Österreich V2:

 

Die Topo Österreich V2 beruht auf Daten des BEV aus dem Jahre 2005. Was die Menge an Wege, Bächen, Hütten, Gipfel, usw. anbelangt ist die Karte für Wanderer recht gut. Fahrradwege sucht man jedoch vergeblich, diese sind nicht als solche gekennzeichnet bzw. gar nicht enthalten.
Beim Thema automatische Routenberechnung sieht die Sache leider etwas anders aus. Einige Wege sind nicht durchgehend als Weg eingezeichnet oder schließen nicht ganz an andere Wege an. Bei der Berechnung einer Route werden solche Wege mit Unterbrechungen leider nicht verwendet, und somit kann eine Route die offensichtlich falsch oder nicht den kürzesten Weg genommen hat entstehen. Da man diese Unterbrechungen oftmals auf den ersten Blick nicht sieht, ist man zunächst völlig verwundert und vielleicht auch etwas genervt, warum das GPS Geräte den deutlich sichtbar kürzeren Weg nicht verwenden will. Auch berechnet das Gerät manchmal ganz komische Routen und will einem zunächst irgendwo herum führen um anschließend von einem Punkt der nicht nachvollzogen werden kann per Luftlinie zum Ziel zu führen.  Es gibt zurzeit leider keine brauchbaren Lösungen für diese Probleme. Für Wanderungen ist die automatische Routenberechnung aber eh so gut wie überflüssig. Man sollte ein GPS Gerät und die darin enthaltenen Karten als Unterstützung ansehen und sich sowieso niemals blind darauf verlassen.
Folgende Bilder sollen eines der Routingprobleme verdeutlichen. Im Bild links wurde die Route korrekt berechnet. Im zweiten Bild rechts wurde ein Punkt nur wenige Meter weiter auf einem anschließenden Querweg ausgewählt. Die berechnete Route hat nun einen völlig unlogischen Verlauf und ist somit absolut unbrauchbar.

 

 

Diese Probleme sind nicht nur auf den Dakota beschränkt sondern  allgemeine Probleme der Topo Österreich V2.
Es gibt aber auch Positives zu berichten. Hat man erfolgreich eine Route vom Gerät planen lassen so kann man sich das zugehörige Höhenprofil betrachten und somit sehr schön die Gehzeiten bzw. Fahrzeiten abschätzen. Nützlich wäre es wenn diese Berechnung jedoch automatisch vom Gerät nach einstellbaren Kriterien durchgeführt werden würde.

Datenübertragung:

 

Der Dakota lässt sich wie von anderen Garmin-Geräten gewohnt ganz einfach per USB an den Computer anschließen. Mit MapSource (oder auch anderen Programmen) kann man Karten, Wegpunkte, Routen usw. ans Gerät übertragen.  Der Dakota 20 besitzt auch die drahtlose Datenübertragung und kann somit mit anderen Garmin Geräten kommunizieren. Ebenfalls ist die Verwendung von Pulsmesser und Trittfrequenzmesser möglich. Die entsprechenden Daten (Puls und Trittfrequenz) werden bei der Aufzeichnung eines Tracks mit abgespeichert und können auch mit einem entsprechenden Konvertierer beispielsweise ins TrainingsCenter eingebunden werden.
Kleiner Hinweis: Die Übertragung der Topo Österreich (ca. 450 MB)  mit Hilfe von MapSource dauert ca. 16 Minuten.


Was sonst noch erwähnt werden soll:

 

  • Eine Tastensperre ist natürlich auch wieder vorhanden und kann über den Einschaltknopf aktiviert werden.
  • Der Dakota besitzt keine 3D Ansicht. Eine Option die ich überhaupt nicht vermisse da die 3D Ansicht auf so einem kleinen Display so gut wie keinen Sinn macht!
  • Es fehlt ein Bildbetrachter. Geocacher können sich somit im Dakota 20 keine Hinweisbilder ablegen.
  • Der Dakota ist nicht NMEA kompatibel
  • Das GPS Game Wherigo fehlt!
  • Neu Funktionen: Sight’N Go, Wegpunktmittelung und Mann über Board vorhanden jedoch nur in Englisch obwohl Deutsch als Sprache eingstellt.
  • Betrifft Topo Österreich V2: Falls man Gipfel bei der Zieleingabe sucht; diese befinden sich unter geografische Punkte und Landnutzung.
  • Betrifft Topo Österreich V2: der Routenplaner hat viele kleine Fehler und liefert nicht wirklich brauchbare Ergebnisse.
  • Das Display kann nicht um 180° gedreht werden
  • Die Lesbarkeit im Kartenmodus kann verbessert werden wenn man die plastische Karte ausschaltet (siehe Bilder unten).

 

 

Fazit:

 

Der Dakota 20 ist eine echte Alternative zum Oregon 550 mit, abgesehen von der Digitalkamera, gleichen Neuerungen (3 Achsen-Kompass, besser lesbares Display) und einem gutem Preis-Leistungsverhältnis. Abstriche muss man etwas bei der Displayauflösung und beim Lieferumfang machen, dafür hält aber der Akku um ca. 10-15 Prozent länger als bei einem Oregon 550 und etwas handlicher ist er auch noch. Für welches Gerät man sich schlussendlich entscheidet hängt wohl davon ab wie wichtig einem die Digicam ist und ob man für die kleinen Unterschiede bereit ist ca. 150 Euro mehr zu bezahlen!  


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